Waka Waka – Als der Weltfußball zu Gast in Südafrika war

Die Fußball-Weltmeisterschaft fand 2010 erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt. Im Mai 2004 erhielt Südafrika den Zuschlag und setzte sich damit gegen die Mitbewerber Ägypten und Marokko durch. Das Turnier sollte einerseits die südafrikanische Gastfreundschaft und andererseits die Leidenschaft für den Fußball zeigen. Wir werfen einen Blick auf das Fußballfest am Kap der Guten Hoffnung.

Die erste WM in Afrika

Der damalige FIFA-Präsident Sepp Blatter hatte es sich auf die Agenda geschrieben, die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf den afrikanischen Kontinent zu bringen. Und das ist ihm auch gelungen. Auch wenn es im Vorfeld des Turniers immer wieder Bedenken bezüglich Sicherheit und Fertigstellung der Stadien gab, konnte die WM letztlich wie geplant stattfinden. Etwas ungewöhnlich für eine Weltmeisterschaft im Juni und Juli, war es hier damals teilweise sogar sehr kalt in den Spielstätten, da auf der Südhalbkugel nun einmal Winter herrschte. Aber das sollte das Turnier nicht davor hindern, ein voller Erfolg zu werden.

Gastfreundschaft und fremde Bräuche

Mit der Weltmeisterschaft sollte deutlich werden, wie groß der Fußball auch auf dem afrikanischen Kontinent ist. Vor allem die vielen fremden Brauchtümer und Kulturen haben für einen regen Austausch gesorgt. Bis heute unvergessen sind die sogenannten Vuvuzelas. Die damals äußerst beliebten Tröten bestimmten den Sound des Turniers und erinnerten auch außerhalb Afrikas an einen Insektenschwarm. Teilweise wurde seitens der Fernsehanstalten sogar versucht, die Geräusche zu übertönen. Doch auch diese gehören einfach dazu, wenn man die südafrikanische Fußball-Leidenschaft einfangen will.

Soccer City und die Spielorte

Die Weltmeisterschaft wurde in insgesamt 10 Stadien in neun Städten ausgetragen. Herz und Heimat des südafrikanischen Fußballs war sicherlich das Stadion Soccer City in Johannesburg. Die knapp 85.000 Menschen fassende Arena war Austragungsort des Eröffnungsspiels sowie des Finales. Aber auch Durban, Pretoria oder eben Kapstadt gehörten zu den besagten Orten und haben große Spiele gesehen.

Der „neue“ Fußball

Die WM 2010 war eine Weltmeisterschaft der Neuheiten. Das Turnier fand nicht nur erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt, sondern mit Spanien krönte sich auch eine Nation erstmals zum Weltmeister. Zuvor bestach die Mannschaft um Iniesta, Xavi und Co. mit unglaublich sicherem Pass- und Ballspiel. Es war die internationale Übernahme des Tiki-Taka Fußballs. Das kontrollierte Spiel der Spanier mit einer Vielzahl an Pässen sollte den internationalen Fußball noch lange Zeit prägen. Für die kommende EURO 2020 gehören die Spanier bei den Online Wetten mit Quoten von 9,00 (Stand 03.03.) allerdings nicht mehr zu den Topfavoriten auf den Titel. Da sind die Siegeschancen für Teams wie Frankreich, Belgien und England um einiges höher.

Die „neue“ deutsche Nationalelf

Doch auch eine andere Mannschaft sorgte bei der WM für Furore: Die „neue“ deutsche Nationalelf. Seit dem Sommermärchen 2006 hatte sich einiges bei der Nationalmannschaft getan. Während in den Jahren zuvor noch altgediente Spieler wie Michael Ballack oder Thorsten Frings die Leitwölfe in der Nationalelf waren, trat „Die Mannschaft“ 2010 erstmals mit einer „neuen Generation“ an. Bei dieser WM ging der Stern von Spielern wie Mesüt Özil, Sami Khedira oder Thomas Müller auf. Der Bayernstürmer avancierte gleich bei seiner ersten WM-Teilnahme zum Torschützenkönig. Im Ganzen überraschte die deutsche Mannschaft mit einem frischen, offensiven Spielstil, der auf der ganzen Welt anerkennend gefeiert wurde. Während die Vorrunde noch von hart umkämpften Spielen geprägt war, zeigten die Deutschen ab dem Achtelfinale auch richtig sehenswerten Fußball, der ihnen Anerkennung auf der ganzen Welt einbrachte. Unvergessen sind die Torfestivals gegen England und Argentinien, ehe man im Halbfinale knapp am späteren Weltmeister Spanien scheiterte.

„Die Mannschaft“ ist zurück

Die junge deutsche Nationalmannschaft hat auf jeden Fall international Eindruck hinterlassen. Thomas Müller avancierte zum Torschützenkönig und wurde zum besten jungen Spieler des Turniers ausgezeichnet. Außerdem haben es mit Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger gleich zwei deutsche Spieler in die Elf des Turniers geschafft.

Eines hat die WM in Südafrika auf jeden Fall gezeigt: Der Fußball ist auf der ganzen Welt zuhause und wird von allen Menschen und Kulturen gefeiert. Südafrika hat sich im Sommer 2010 auf jeden Fall von seiner besten Seite gezeigt.

Geschrieben von : Chef