Reisebericht: "Safari in der Nähe von Kapstadt"

Reisebericht: "Safari in der Nähe von Kapstadt"

3-tages Kurzausflug zu den Big Five - ein Reisebericht

Wer hätte das gedacht. Da kann man in der Nähe von Kapstadt doch eine Safari zu den Big Five erleben und den Rundum-Luxus einer Safari-Lodge mit nur vier Wohneinheiten genießen.
In diesem Reisebericht möchte ich heute über unseren Kurztrip von zwei Nächten in das Sanbona Wildlife Reserve berichten.

Das Reserve liegt ca. 200 km nord-östlich von Kapstadt an der Route 62, die über Montagu und Barrydale nach Oudtshorn führt. Also ideal für Besucher aus Kapstadt oder Touristen, die von der Gardenroute kommen und alternativ zur N2 die schöne Weinroute Route 62 nehmen.

In der Gegend gibt es auch andere Game Reserves, die ebenfalls mit Big 5 werben. Doch Sanbona ist mit Abstand das Größte (54 000 Hektar). Das macht sich dann bei den Game-Drives bemerkbar.

Hier schon mal die möglichen Reiserouten nach Sanbona, wir hatten uns für die südliche Strecke entschieden.

Wegbeschreibung Sanbona

Man muss schon ein Stück fahren um die Elefanten, Büffel, Löwen und Nashörner zu finden. Aber das macht ja eine richtige Safari aus. Und hier auf Sanbona gibt es keine Garantie. So haben wir die Geparden oder Black Wildebeest in unseren zwei Nächten nicht gefunden. Dafür gab es tolle Sichtungen von vier der Big Five.

Anfahrt zum Sanbona Wildlife Reserve

Aber der Reihe nach.
Die kurze Entfernung zu Kapstadt, Somerset West, Hermanus oder Stellenbosch ermöglicht ein gutes Frühstück und einen entspannten Morgen.

Die Strecke durch das Wineland ist immer eine Reise wert und nachdem es geregnet hat, ist der Fynbos grün wie im Frühling. Da kann man sich gar nicht satt sehen. Wir haben diesmal die Strecke über die N2 genommen. Dabei ist uns in Stormsvlei ein kleiner Farmstall mit Restaurant aufgefallen. Da gibt es sogar Cappuchino aus einer sehr guten Kaffeemaschine.

Wir fahren durch Montagu und biegen dann von der Route 62 links ins Richtung Haupteingang zum Sanbona Wildlife Reserve ab. Am Tor erhalten wir eine detaillierte Beschreibung zu unserer Lodge. Die nächten zwei Nächte werden wir in einer der ‚Privaten Lodges‘ im Naturreservat übernachten.
Wir sind sofort angetan von der Ruhe im Reservat. Ja, hier ist Natur pur. Wir sind fernab vom geschäftigen Treiben in Kapstadt.

Die ersten Tiere lassen auch nicht lange auf sich warten. Wir sehen vier Steppenzebras und zwei Oryx in der Ferne. Auch die ersten Vögel, wie der Southern Pale Chanting Goshawk werden gesichtet.

Unsere Unterkunft im Sanbona Wildlife Reserve

Die White Lion Lodge liegt idyllisch in einem Tal. Nach dem wir zwei Flussläufe mit sehr wenig Wasser durchquert haben, werden wir freundlich empfangen. Mit feuchten Tüchern können wir unsere Hände reinigen und werden in unsere Unterkunft geführt.
Für die nächsten zwei Nächte haben wir ein eigenes Cottage. Wow, sieht das toll aus. Da will ich gar nicht mehr weg. Große Schiebetüren geben den Blick in die Natur frei.

White Lion Lodge

Alles ist sehr geräumig und hell eingerichtet. Viele Details geben einem sofort ein Safari-Feeling im Zimmer. Es gibt einen eigenen Ankleidebereich und eine Außendusche. Überall sind Naturmaterialien. Die Kleiderstange ist ein toller Ast. Der große Fernseher wird von einer Natursteinwand umrahmt und und und.

Cottage Zimmer

Da wir bereits vor 14:00 Uhr angekommen sind gibt es noch einen Lunch im Haupthaus. Wir lernen die Köchin und andere Mitarbeiter kennen. Ja, bei nur vier Cottages kommt sofort ein familiäres Gefühl auf. Wir genießen den Fisch (Kap-Seehecht) und einen Salat und runden dies mit einem guten Espresso ab.

Zurück in unserem Cottage erkunden wir das Zimmer und packen aus. Die Zeit bis 16:00 Uhr vergeht wir im Flug und unser erster Nature-Drive steht an.

Am Abend des ersten Tages im Sanbona Wildlife Reserve

Noch ist es schön warm draußen und so erscheinen wir in kurzen Hosen. Unser Guide, Israel, ist sofort besorgt um uns und erkundigt sich, ob wir noch mehr dabei hätten. Natürlich haben wir und los geht’s.

Zusammen mit einem Paar aus England erkunden wir die Pflanzenwelt und lernen von Israel sehr viel über die Heilkräfte der einzelnen Pflanzen.

Landschaft im Sanbona Wildlife Reserve

Landschaft in der Kleinen Karoo

Flora in der Karoo-Halbwüste

Ich fand es einfach toll. Wir sitzen auf dem Landrover mit neun Sitzen und genießen die Wärme, die Natur und erfahren erstaunliche Dinge. Ein Auftakt nach Maß. Und da beschloss ich diesen ausführlichen Reisebericht zu schreiben, damit mehr Menschen von Sanbona erfahren.

Es geht von Pflanze zu Pflanze. Den Zahnbürstenstrauch kennen ja schon viele, die auf Safari unterwegs waren. Aber Pflanzen, die so weich sind, dass man darauf übernachten kann und die gleichzeitig alle Insekten fernhalten, waren mir neu.

Wilde Baumwolle

Wilde Baumwolle

Pflanzen der Karoo

Zierpflanzen für zuhause, die von den Leuten hier extra farbig gestaltet werden

So vergeht die Zeit wie im Flug. Von Zebras und Oryx wurden wir ebenfalls neugierig begrüßt.

Oryx

Oryx Antilopen in der Karoo

Zebra

Außerdem sitzen einige Greifvögel auf der Rückfahrt auf den Masten. Doch es wird schon dunkel und das Licht lässt keine Fotos mehr zu. Natürlich hat es zwischendurch den Sundowner nach Wunsch mit allerlei Leckereien gegeben.

Sonnenuntergang im Sanbona Wildlife Reserve

Zurück in der Lodge geht das Luxus-Leben weiter. Das Cottage empfängt uns mit toller Stimmung und weiteren Verwöhnideen. Die Lichtinstallationen sind einfach toll und verzaubern alles. Hier möchte ich gar nicht mehr weg.

Zum Dinner geht es ins Haupthaus.

White Lion Lodge - HAupthaus

Lodge am Abend

Fleißige Hände sind in der Küche aktiv und die Getränkeauswahl schnell geklärt. Wir unterhalten uns prächtig mit dem Ehepaar aus England, die aktuell in Frankreich leben. Es wird ein so kurzweiliger Abend mit drei Gängen. Ein perfekter Abschluss für den ersten Tag.

Tag 2 unserer Safari: Der nächste Morgen

Israel erwartete uns in der Küche des Haupthauses mit frischem Kaffee und einer Kleinigkeit zu essen. Heute Morgen sollte es in den Norden des Sanbona Wildlife Reservates gehen. Wie gestern angekündigt, würde es ca. 90 Minuten für die einfache Strecke brauchen. Tja 54.000 Hektar sind doch gewaltig groß.
Obwohl es nicht wirklich kalt war, kuschelten wir uns in die Decken und Ponchos und los ging‘s gegen 6 Uhr. In der Ferne konnte man das erste Morgenlicht hinter den Bergen erkennen. Israel kennt Strecke und das Fahrzeug sehr gut. So schaukeln wir durch den Morgen und ich komme wie in einen Zustand der Meditation. Ich fühle mich auf der Strecke so ruhig und ausgeglichen, dass ich das erste Tier gar nicht entdeckt habe, obwohl es mitten auf der Pad stand. Wir erblicken eine kleine Gruppe von Kudus im ersten Morgenlicht. Dann folgen noch zwei Büffel im Schilf, bevor es in die Höhen und Täler der ‚Warmwaterberge‘ geht.

Büffel

Zebras beim Game Drive

Zebraherde

Zebras an der Pad

Elandbulle beim Sonnenaufgang
Elandbulle beim Sonnenaufgang

Nach einiger Zeit sind wir nicht mehr alleine, das Walki-Talki von unserem Guide startet seine Kommunikation mit den anderen Safari-Fahrzeugen. Wir entdecken einen Schakal und dann noch einen.

Schakal

Schakale in der Karoo

Nicht so weit weg von uns hören wir einen Elefanten tröten. Und da vorne stehen zwei Safari-Fahrzeuge. Mein Herz schlägt sofort schneller. Das Safari-Adrenalin flutet meinen Körper und das treibt einen immer wieder in die Wildnis. Was gibt es zu sehen? – den Elefanten? weitere Antilopen?

Weiße Löwen

weisser Löwe

Nein, es ist doch wirklich ein weißer Löwe – also genauer eine Löwin – an einem Riss. Gibt es denn sowas. Ich war völlig sprachlos. Unsere erste Sichtung eines weißen Löwen überhaupt!

Weißer Löwe am Riss

Die Löwin hatte sich ein tolles Makeup aufgesetzt. Der roten Lippenstift war weitläufig aufgetragen und die Wangen großzügig mit Rouge eingefärbt.

Sie lief um das Kudu herum, steckte den Kopf in das Kudu, verbiss sich in der Haut des Kudus, zog an dem Tier. Also satt war sie wohl schon und vielleicht wollte sie den Riss weg aus dem Flussbett in den Schatten des Ufergebüsch ziehen.

Elefantenherde im Sanbona Wildlife Reserve

Und während wir noch die Szenerie beobachteten kommen auf der anderen Seite des Flussbettes Elefanten aus dem Dickicht.

Elefanten im Sanbona Wildlife Reserve

Jetzt punktet das private Wildlife-Reservat gegenüber den Nationalparks von SANparks. Israel startet den Landrover, quert das Flussbett und bringt uns ganz nah an die großen Riesen heran. Es kommen immer mehr – erst zwei, dann drei, dann vier und dort noch einer – hey und da ein Kleiner und noch so ein Kleiner – und da zwischen den Beinen ist noch was Kleineres.

Elefantenherde

Elefantenbaby

Elefantenherde mit Nachwuchs

Da kann keiner mehr ruhig sitzen. Wir haben schon viele Elefanten gesehen. Doch es ist jedes Mal so berührend. Ein großer Bulle startet den ersten Scheinangriff auf unser Fahrzeug und trottet davon. Israel setzt den Landrover ein bisschen zurück, um der Herde mehr Freiraum zu geben, da sie wahrscheinlich ans Wasser wollen. Dies nutzen die Youngster gleich zu weiteren Scheinangriffen. Ja, das kennen wir auch schon aus dem Krüger-Nationalpark, die Kleinen wollen die Großen sein.

So jetzt heißt es warten. Von unserem neuen Standort können wir die Herde jetzt nicht mehr sehen, dafür sitzen wir in der ersten Reihe. Und da kommen sie auch schon. Alle Größen sind vertreten und man erkennt die prall gefüllten Zitzen der Mutter von dem Kleinsten, der erst sechs Wochen alt ist. Die anderen zwei Kleinen sind ca. 11 Monate.

Elefantenkalb

Wir nehmen uns Zeit, wechseln noch mal den Standort und sehen wir alle mit nassen Füßen im Buschland verschwinden.

Elefanten mit Nachwuchs

Für uns geht es zur Kaffeepause auf eine kleine Anhöhe. Auf dem Weg dahin begegnen uns wieder Zebras, Kudus und eine Giraffe.

Zebras

Giraffe im Sanbona Wildlife Reserve

In der Ferne zeigt Israel uns noch zwei Nashörner, die auf einer Freifläche grasen. Der Ranger-Funk meldet jetzt noch zwei ‚tawny lioness‘ an dem Riss und wir müssen uns wirklich entscheiden - Löwen oder Nashorn.
Taktisch geschickt verspricht uns Israel, dass wir ja Morgen die Nashörner suchen können.

Also zurück zu den Löwen. Tja, da liegen sie – zweimal braun und einmal in weiß.

weisse Löwin

Natürlich im Schatten, jedoch ist die Beute im Flussbett in Sichtweite. Das große Kudu gibt Nahrung auch für morgen, obwohl einige tapfere Schakale sich gerne ein Stückchen frisches Fleisch holen möchten.
Für uns heißt es jetzt die Rückreise antreten. Wir haben einiges an Strecke vor uns. Aber wenn stört es, mit den tollen Bildern im Kopf und dem Safari-Adrenalin im Blut.

Klippspringer

Zur Krönung treffen wir auf dem langen Rückweg noch auf zwei Klippspringer und eine Pavian-Gruppe, die sich in alle Winde zerstreut.

Paviane

Während wir noch nach einem Fotoobjekt suchen, startet das Gezeter, wie wir es aus dem Krüger-Nationalpark kennen. ‚Der Alte‘ ist lautstart damit beschäftigt, die Rangordnung gleich wieder zu sortieren. Es gibt ein Brüllen und Jagen und erneutes Brüllen.
Zurück in der Lodge wartet ein ausgiebiges Frühstück auf uns auch wenn es schon etwas später geworden ist.

Zwei Tage Safari sind definitiv viel viel zu kurz!

Ich hätte schon jetzt nach weniger als 24 Stunden vor Ort unbedingt noch einen dritten Tag oder besser gleich noch zwei weitere Tage oder eine ganze Woche hier bleiben wollen. Die Ruhe und die Lage der White Lion Lodge in dem Tal sind toll – so stelle ich mir Erholung vor. Wer braucht schon immer zwei Game Drives pro Tag? :silly:
Der 15 m lange Pool lockt, die Sonne scheint vom blauen Himmel und die umherfliegenden Vögel laden zu einer ‚Birder-Session‘ ein.

Schwere Entscheidung als die Frage nach dem Sundowner im Raum steht. Relaxen oder Gamedrive – und voll mit Safari-Adrenalin wird dann doch der Sundowner ausgewählt.

Tja, Zeit für etwas Relaxen ist noch. Also ab in den Pool und die Wärme genießen. Dann gilt es noch die Außendusche zu testen. Unglaublich.

Badezimmer in der White Lion Lodge

Innendusche mit Blick auf die Aussendusche

Die vier Cottages sind so geschickt in einer Reihe am Hang angeordnet, dass man seine komplette Privatsphäre hat. Was für ein Luxus. Warmes Wasser aus der Dusche und Blick in die Natur, dabei spürt man den Wind auf der nassen Haut und kommt sogar ins Frösteln.

Aussendusche

Einen Zuschauer gibts auch bei Duschen auch.

Gecko

Wir schauen noch die ersten Fotos von heute Morgen an bevor mich die Müdigkeit in das kuschelige Bett zieht. Ist noch Zeit? – ja es ist. Schnell den Wecker gestellt und süße Träume vom Baby-Elefanten.

Vögel im Sanbona Wildlife Reserve

Um vier Uhr am Nachmittag geht es wieder los. Unser Guide möchte mit uns ein Hippo suchen. Also ein Hippo mitten in der trockenen Karoo? Es soll hier insgesamt sogar vier geben. Also los – suchen wir ein Hippo!

Schon nach kurzer Zeit biegen wir von den Hauptwegen ab. Jetzt gibt es nur noch zwei Fahrstreifen und wir schaukeln von links nach rechts wie auf einer Sänfte. Die Weite der Landschaft ist beeindruckend.
In der Ferne gibt es immer wieder verschiedene Gebirgszüge zu sehen. Während ich bereits wieder im Meditationsmodus bin, haben wir den ersten Damm erreicht. Ah ha, macht Sinn, Hippo im Damm.
Es ist schön hier und neben einigen Vögeln gibt es auch eine größere Leoparden-Schildkröte zu sehen.

Aber kein Hippo hier. Also weiter zum nächsten Damm.
Die Tiere wandern entlang der kleinen Wasserläufe zwischen all den Dämmen hin und her.

Der Weg wird noch etwas schmaler und ist an einigen Stellen gut ausgewaschen. Israel fährt uns sicher und gekonnt zum nächsten Damm – auch hier kein Hippo. Macht nichts. Ich finde es trotzdem schön. Wahrscheinlich ist das Hippo in einem anderen Damm weiter oben. Ich kann einen ganz schmalen Fahrweg in der Ferne sehen und bin doch erleichtert als Israel umdreht. Wir sind halt in der Wildnis und nicht im Zoo.

Nach einiger Zeit biegt Israel in neues Terrain ein und es geht weiter. Ich genieße bereits wieder den Meditations-Rhythmus mit all dem Grün um mich herum. Ich habe keinen Stress – ich bin auch ohne Hippo so glücklich hier zu sein.
Und da erreichen wir einen weiteren Damm und mittendrin ein Hippo. Also wirklich – wir schauen es an und es schaut uns an.

Hippo

Wir suchen uns einen Platz am Rand des Dammes und während wir noch vom Fahrzeug steigen, zeigt uns das Hippo seine Zähne. Hey, damit haben wir gar nicht gerechnet und es gibt erst mal gar kein Foto. Dann kommt es etwas näher und öffnet wieder sein Maul. Mensch wieder kein Foto. OK – also erst mal keinen Sundowner und die Kamera im Anschlag halten. Und siehe da es gibt noch einen Vorstellung, dabei ist das Hippo immer weiter in unsere Richtung geschwommen.

Hippo im Sanbona Wildlife Reserve

Und während die Sonne untergeht, wir unsere ‚Savanna light‘ genießen tobt sich das Hippo so richtig aus. Es reißt das Maul auf, es dreht sich um die eigene Achse, so dass die Füße oben sind. Es schlägt mit dem Schwanz und grunzt. Wir haben unsere wahre Freude. Es wird eine ausgiebige Pause bevor es zurück geht zur Lodge.

In der Ferne entdecken wir noch ein paar Springböcke und erreichen im Dunkeln die Lodge. Der einmalige Tag findet beim Dinner und anregenden Gesprächen mit den beiden Engländern seinen Abschluss. Wir sind müde und genießen eine weitere Nacht die Ruhe der Karoo.

Letzter Safari-Tag

Der Wecker klingelt pünktlich und holt uns aus einem erholsamen ruhigen Schlaf. Diesmal war die Nacht auch 30 min länger, da wir die kurze Strecke über den Pass zur Wildbeobachtung fahren können. Beim Raustreten aus der Unterkunft sehen wir in der Ferne den ersten Streifen Morgenlicht über den Bergen auftauchen. Es fühlt sich etwas wärmer als gestern an, aber das kann ja täuschen. Gestärkt mit Kaffee und nach einem kurzen Schwätzchen mit dem britischen Paar nehmen wir unsere Sitze auf dem Landrover ein. Trotz der vielen Fahrerei gestern merke ich keinerlei Muskelkater oder sonstige Rückenleiden, was natürlich freut. Also los geht’s.

Zurückgelehnt genieße ich die Fahrt. Die Luft ist mild. Der Motor vom Landrover zieht uns kräftig den schmalen Weg über die Berge hinauf und hinab. Was für eine tolle Strecke. Es wird immer heller und wir schaukeln auf den Wegen dahin. Die Strecke ist ja schon bekannt und so kommt was kommen muss - für mich ist wieder Meditationszeit angebrochen.

Im Norden angekommen soll es wie gestern versprochen zu den Nashörnern gehen. Und hier muss ich jetzt leider eine ganz ganz große Lücke lassen. Wer mit Südafrikas Wildnis vertraut ist, kennt das ja –Poaching und es wird von Jahr zu Jahr mehr. Und so gibt es auch keine Bilder.

Aber Giraffen sind erlaubt. Und davon gibt es doch einige - Große hinterm Busch und mittlere Ausführung auf dem Weg und noch etwas kürzere Exemplare gleich mehrfach vertreten. Sieht so aus, als wenn es dort ein Wasserloch gäbe. Wir kennen das ja – Füße breit, Oberkörper beugen, den Hals und Kopf ganz nach unten biegen und noch ein bisschen tiefer. Jetzt wieder aufrichten und das ganze wiederholen wir jetzt 10-mal. Tja, Morgengymnastik für Giraffen.

Giraffenherde

große Giraffenherde

Giraffe

Unsere Elefantenherde von gestern haben wir an diesem Morgen an anderer Stelle wieder gesehen. Den Youngster kann man in der hohen Vegetation kaum erkennen.
Elefant

Die Zeit fließt dahin und da wäre doch so ein zweiter Morgenkaffee mit einer süßen Kleinigkeit gar nicht so schlecht. Dies scheint Israel aus meinen Gedanken gelesen zu haben und ruck zuck geht es vom Hauptweg ab zum Kaffee-Stopp.

Und während ich von der Anhöhe ins weite Tal blicke, kommen mir zum ersten Mal die Gedanken, dass es jetzt also mit dem Trip zu Ende geht – schade. Wir erfahren noch von Israel, dass die Geparde irgendwo versteckt sind und nicht geortet werden konnten. Sollen sie Ihre Ruhe in den Bergen und Tälern ausleben – zwei Nächte sind halt doch einfach zu kurz.
Irgendwie ist jede Reise zu kurz, aber das tolle ist ja, die nächste Reise zu den wilden Tieren kommt bestimmt.

Also genug philosophiert. Wir treten den Rückweg an und unsere britischen Mitfahrer erstehen sogar noch zwei Plüschtiere für Ihre Enkelkinder in einer der Lodges - ein Mitbringsel direkt aus der Natur. Zu meiner ganz großen Freude treffen wir in einem Tal wieder eine Affenbande. Ob es die gleichen von gestern sind, kann nicht ausgemacht werden. Ist ja auch egal. Wir bitten Israel den Motor abzustellen und können beobachten.

Affenbande

Die Szenerie ist einfach zu unglaublich. Wir stehen mitten in einem kleinen Flussbett. Der Weg davor und dahinter ist mit hohen Büschen bis an den Wegesrand bewachsen und sehr kurvig. Wir können nur wenige Meter nach vorne und nach hinten schauen. Überall raschelt es, obwohl man die Tiere gar nicht sofort im Dickicht erkennt. Da vorne rechts ist doch was – 4 m vom Landrover entfernt. Und hinter uns in 10 m Entfernung queren Paviane den Weg. Links hinter uns – in 6 m Entfernung sieht man mehrere Tiere im Busch fressen. Den kleinen Fluss entlang (ca. 15 m) frisst ein Männchen. Dahinter läuft ein Kleines erst weg um dann zurück zukommen. Ein Pavian hangelt sich an den Ästen entlang und von oben nach unten und …

Von den Bergen aus kann man auch die idyllische Lage der White Lion Lodge in der Kleinen Karoo erkennen.

White Lion Lode in der Karoo

Zurück in der Lodge werden wir wieder herzlich begrüßt. Das Frühstück wartet schon auf uns. Es ist wieder überraschend, lecker und ausreichend. Wir setzen uns an den gedeckten Tisch und lassen uns zum letzten Mal verwöhnen.

White Lion Lodge Aussenansicht

Die Taschen sind gepackt und verstaut und dann heißt es Abschied nehmen von unseren sehr netten Engländern (sie waren einfach tolle Gesprächspartner), vom Personal der Lodge und von der Stille der Karoo.
Bestimmt kommen wir mal wieder an diesen schönen Ort zurück!

Geschrieben von : Blogger