Kapstadt.com
 

Günter Berner (26.März 2006 per Email)

 
Hallo Herr Sindel !
 
Vielen Dank für die Zusendung Ihres tollen Heftes "Kapstadt.com".
 
Beim Studium fielen mir zunächst 2 Dinge auf:
 
1. Auf Seite 4 rechts oben beschreiben Sie den Tagesausflug zum Kap der Guten Hoffnung und zwar über die Westküste und zurück über die Ostküste. Es ist viel schöner diese Tour über die Ostküste zu starten, um über die Westküste wieder nach Kapstadt zurückzufahren. Mit dieser Variante fahren Sie mit der Sonne und abends können Sie am Chapmans Peak Drive noch einen wunderschönen Sundowner erleben.
 
2. Auf Seite 30 beschreiben Sie die "World of Birds" in Hout Bay. Es war für mich erschreckend in welch erbärmlichen Verhältnissen die Vögel dort vegetieren müssen. In Deutschland würde dieser Park wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz geschlossen werden: Schmutzig, Gestank, verwahrlost, trostlos und außerdem noch teurer Eintritt (deutsches Niveau!). Streichen Sie bei der nächsten Ausgabe  diesen Artikel ersatzlos. Der Verfasser sollte einmal den Vogelpark in Walsrode besuchen!
 
Mit den besten Grüßen von einem Freund der Kap-Region
Günter Berner (guenter2103@compuserve.de)
 
Stellungnahme der Redaktion:
 
Nach der Beschreibung von unserem Leser, haben wir uns noch einmal auf den Weg gemacht, um die World if Birds zu besuchen und mit dem Inhaber zu sprechen:
 
In erster Linie ist wichtig zu wissen, dass hier ursprünglich kein Vogelpark für Touristen aufgebaut werden sollte, sondern es sich viel mehr um ein Tierschutz Projekt handelt.
 
Fast alle Vögel wurden krank, verletzt oder einfach als gefunden in den Park gebracht. Daher gibt es auch einige verletzte Tiere in den Gehegen. Zugekauft wurden Tiere wie die Äffchen, um den Parkt für Besucher attraktiver zu machen. Es gibt kaum Gelder von Sponsoren und keine Zuschüsse von der Regierung. Der Park muss sich also selber tragen, was er nicht schafft. Nur mit den Geldern der Freunde des Parks besteht diese "Zufluchtstation" für die Vögel noch.
 
Einmal pro Monat wird der Park von einer Tierschutzorganisation geprüft. Die Tiere werden also „mit offizieller Bestätigung“ artgerecht gehalten. Er wird von Zoologen aus der ganzen Welt besucht und erhält von ihnen positive Stimmen. Falls die Gehege zu flach wirken, ein Vogel fliegt eher weit als hoch. Mit grünem Gras sähe es sicher netter aus, aber das wenige was in Afrika wächst, wird umgehend aufgepickt. Also keine Chance für hübschen Rasen. Den haben die Tiere hier in der Natur im Übrigen auch nicht. Hier sieht man die Vögel meist auch auf engstem Raum, an Seen oder auf Bäumen, stehen oder sitzen.
 
Unser Vorschlag an den Park war, stärker zu kommunizieren, dass es sich hier vor allem um ein Conservation Project handelt und sich damit auch verletzte Tiere im Gehege befinden. Vielleicht geht der Besucher mit anderen Erwartungen durch den Park und schätzt die Arbeit, die mit wenigen Mittel geschaffen wird.
 
Wir danken auf alle Fälle noch einmal für Ihre Lesermeinung. Vor allem solche Hinweise sind uns sehr wichtig, um nicht nur enttäuschte Besucher zu vermeiden, sondern ggf. auch vor Ort bessere Verhältnisse zu schaffen.
 
Herzliche Grüße
Die Redaktion