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Geschafft

 
Mandelas Triumph
Geschafft! Der Zuschlag für die Fussball-Weltmeisterschaft 2010 hat am Samstag dem 15.05.2004 Südafrika in einen kollektiven Freudentaumel versetzt. Im ganzen Land strömten die Menschen jubelnd zusammen. Präsident Thabo Mbeki rief aus: "Lasst uns alle rausgehen und feiern!" Damit begannen die grössten Strassenfeste in Südafrika seit den ersten demokratischen Wahlen vor zehn Jahren. In Zürich feierte der frühere Präsident Nelson Mandela den von Fifa-Präsident Joseph Blatter bekannt gegebenen Abstimmungstriumph über Marokko. "Ich fühle mich wie ein junger Mann von 50 Jahren", sagte der 85-Jährige lachend und stemmte den goldenen Weltmeisterpokal in die Höhe.
 
Was für ein wunderbarer Moment. Es bestätigt den unaufhaltsamen Weg Südafrikas als Vorzeigenation Afrika's. Ein Land das die ganzen politischen, wirtschaftlichen und demokratischen Hoffnungen Afrika's in sich trägt. Wenn man die Sprachen- und Religionsvielfalt in Südadfrika betrachtet, dann kann man hier gar von einer Vorbildrolle für die ganze Welt sprechen. Diese Vorreiterrolle nimmt Südafrika's Demokratie nunmehr seit 10 Jahren ein und hat damit unweigerlich den Beweis angetreten, dass ein friedliches Zusammenleben von verschiedenen Hautfarben, Sprachen, Religionen und Kulturen möglich ist. In Südafrika sind das nicht nur Lippenbekenntnisse nein! Hier wird Friede vorgelebt und verkörpert.
 
Dies alles nach der FRIEDLICHEN Abkehr von einer brutalen Rassentrennungsgesellschaft bis hin zum Aufbau einer Demokratie mit der fortschrittlichsten Verfassung der Welt. Der Weg ist noch lange, doch ist der 2010 Fussball-Weltcupentscheid für eine junge Demokratie wie Südafrika eine grosse Belohnung. Es fühlt sich an, als ob die ganze Welt nach dem alten Antiapartheitsslogan "one man - one vote" nun gemeinsam für die Rainbow Nation Südafrika gestimmt hat.
 
Stimmen:
Roger Federer: "Ich freue mich für Südafrika, denn meine Mutter kommt aus diesem Land, und ich war als Kind oft dort. Wichtig war, dass die Fussball-WM überhaupt mal nach Afrika gegeben wird. Dass sich die Südafrikaner durchgesetzt haben, ist umso schöner.
Franz Beckenbauer (Präsident des deutschen WM- Organisationskomitees 2006): "Südafrika wird ein sehr guter Gastgeber sein. Schon 2000, als wir uns nur sehr knapp gegen Südafrika durchgesetzt haben, zeigte die Bewerbung, dass wir uns auf eine sehr herzliche und fröhliche Weltmeisterschaft freuen können."
Gerhard Mayer-Vorfelder (Fifa-Exekutiv-Mitglied): "Ich habe von allen sehr gute Bewerbungen gesehen. Der Favorit hat sich durchgesetzt. Bei aller verständlichen Enttäuschung der unterlegenen Länder: Der Gewinner ist Afrika."
Nelson Mandela (Ex-Präsident Südafrika): "Ich fühle mich wie ein kleiner Junge mit 15 Jahren. Es ist ein toller Tag für uns. Wir haben uns gegen hochklassige Konkurrenten durchgesetzt. Das war nicht einfach. Ich wünsche unseren Mitbewerbern, dass sie auch einmal so feiern können wie wir heute."
Joseph Blatter (Fifa-Präsident): "Der Sieger ist Afrika, der Sieger ist der Fussball. Ich bin überzeugt, dass dieses multikulturelle Land eine sehr gute WM organisieren und eine Botschaft des Friedens in die Welt schicken wird."
Thabo Mbeki (Südafrikas Staatspräsident): "Wenn wir sagen, dass es ein afrikanischer Cup ist, dann bezieht sich das auf alle anderen Länder Afrikas und auch die, die gegen uns angetreten sind, also Libyen, Tunesien, Marokko und Ägypten. Wir wollen sie als Partner und Teilnehmer an der Weltmeisterschaft sehen."
Irvin Khoza (Präsident des südafrikanischen OK): "Das ist ein historischer Augenblick für Afrika, es ist die Wiedergeburt Afrikas. Ich danke allen, die die Fahne der Demokratie in Südafrika hoch gehalten haben. Ohne sie wäre das nicht möglich gewesen. Ihr Beitrag zur Neuordnung unseres Landes hat seinen Platz in der Geschichte. Wir werden sie nicht enttäuschen."
Nabil Benabdellah (Minister für Kommunikation in Marokko): "Marokko gratuliert Südafrika. Wir müssen sportlich sein. In der Fussballwelt ist die wichtigste Regel das Fairplay. Das wichtigste ist, dass die WM in Afrika stattfindet. Die WM-Kandidatur war ein Projekt unseres Landes, es gibt viele weitere bis 2010, die wir weiterverfolgen werden."
Saïd Nejjar (Mitglied des Kandidaturkomitees von Marokko): "Fifa-Präsident Blatter hat heute seinen ganzen Einfluss wahrgenommen. Er ist der Chef und entscheidet alles bei der Fifa."