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Berliner bauen drei Fußballstadien

 
Sie haben das Olympiastadion saniert und ebenso behutsam wie eindrucksvoll modernisiert, realisieren in Asien oder auf der Arabischen Halbinsel riesige Sportarenen und bereichern jetzt auch den afrikanischen Kontinent mit ihrem Stadion-Know-how. Das renommierte Berliner Büro der Architekten von Gerkan Marg und Partner (gmp) baut für die nächste Fußball-WM 2010 in Südafrika gleich drei von insgesamt fünf geplanten neuen Fußballstadien. Dabei setzten sich die Planer in verschiedenen Wettbewerben und Auswahlverfahren gegen international ebenfalls starke Konkurrenten wie HOK Architekten, die unter anderem in Berlin für die Anschutzgruppe die O2-World-Halle gestalten, durch.
 
Die drei Arenen nach Entwürfen der Berliner Architekten werden in den Millionenstädten Durban, Port Elizabeth und Kapstadt in Zusammenarbeit mit südafrikanischen Kollegen realisiert. "An allen drei Standorten ist eine Kooperation mit renommierten südafrikanischen Büros vorgesehen", bestätigt einer der beiden Seniorchefs von gmp, Architekt Volkwin Marg.
 
Die Herausforderung, Fußballstadien bauen zu dürfen, sei eine ganz besondere, "weil es die größten öffentlichen Versammlungsorte sind, die die Menschen freiwillig und mit Freude besuchen", betont Volkwin Marg "die Bedeutung dieser drei Projekte". Für den Neubau aller fünf Stadien sowie die Sanierung fünf weiterer Arenen hat die südafrikanische Regierung insgesamt knapp 640 Millionen Euro bewilligt.
 
Das größte der drei gmp-Stadien in der touristisch prosperierenden Hafenstadt Durban für maximal bis zu 85 000 Zuschauer ist mit mehr als 170 Millionen Euro veranschlagt. Die Silhouette des nah am Indischen Ozean gelegenen künftigen Kings Park Stadion ist denn auch im wörtlichen Sinne überragend. Ein begehbarer Bogen, der sich zur Stadt hin zweiteilig öffnet, überspannt das Stadion, das von einer luftdurchlässigen und von innen beleuchteten Kunststoffmembran umhüllt wird. Der "Skywalk" ermöglicht den Besuchern Ausblicke über die zweitgrößte südafrikanische Stadt und den Indischen Ozean. Zu ihm führt zudem eine Promenade vom Stadion aus. "Uns war wichtig, daß das mit Blick auf Olympische Spiele auch für Leichtathletik ausgerichtete Stadion eine zusätzliche optische Qualität erhält. Wir wollen mit der Architektur auch eine Zeichenhaftigkeit schaffen und haben über die Arena einen Bogen aus Stahl gespannt, von dem die Dachkonstruktion abgehängt wird", erläutert Hubert Nienhoff, Leiter des Berliner Büros von gmp Architekten, das Gestaltungskonzept.
 
Die sparsamste, aber auch mit Besonderheiten wie einer in den angrenzenden See hineinreichenden Terrassenanlage gestaltete Stadionvariante entsteht für etwas mehr als 56 Millionen Euro in Port Elizabeth. Zum Vergleich: Die Sanierung des Olympiastadions kostete knapp 250 Millionen Euro, der Neubau der Allianz-Arena in München 335 Millionen Euro.
 
"Angesichts des eher sparsamen Budgets in Port Elizabeth haben wir uns dort unter anderem für eine preiswerte Dachvariante aus Blechelementen und Kunststoffmembranen entschieden", sagt Hubert Nienhoff. Gespart werde zudem durch einen temporären Oberrang aus einer Stahlkonstruktion mit mobilen Treppenaufgängen, die nach der WM wieder zurückgebaut werden können.
 
Quelle: Welt.de